Dass es sich - nach dessen Tod - nach seinem Gründer benannte, geschah als Dank an den Mann, der nicht aufgab.
1946 - Die Waffen waren verstummt und die Stadt lag in Trümmern. Darunter waren auch die Hoffnungen der Essener Jäger begraben, jemals wieder dem geliebten
Waidwerk nachgehen zu können.
Gewehre waren verboten und mussten abgeliefert werden. Es gab auch keine jagdliche Organisation mehr. Die Jagdhoheit übten die Besatzer aus. Nirgendwo
zeigte sich ein Silberstreif am Horizont.
Zwar war den Jägern die Ausübung der Jagd verboten, das galt aber nicht für das Blasen des Jagdhorns. So hatte der Kreisjägermeister Leo Fehrenberg die Idee, die
Tradition des Deutschen Jagdwesens durch das Jagdhornblasen wiederzubeleben. Er scharte einige Jagdhornbläser um sich, „organisierte“ weitere Instrumente und
erweiterte damit den Kreis der Bläser.
Wie überall war aller Anfang schwer: es gab keine Tonträger mit Jagdsignalen. So griff man auf die Erinnerung und ein zerfleddertes Notenheft mit Signalen zurück, die
mit den Merkversen von Frevert unterlegt waren. Diese wurden von Hand kopiert und damit konnte auf der Malztenne der Sternbrauerei geübt werden.
Nachdem die Signale einigermaßen beherrscht wurden, war zum Weiterkommen musikalischer Sachverstand erforderlich. Das Bläserkorps hatte in dieser Hinsicht
stets eine glückliche Hand. Die musikalischen Leiter polierten nicht nur den Signalfundus auf, sie schrieben auch für Jagdhörner geeignete Märsche und Fanfaren,
da solches Notenmaterial nicht vorhanden war.
Intensives Üben und großer Enthusiasmus brachten Erfolg und so wurde das Korps bald über die Grenzen von Essen hinaus bekannt. Man blies vor den Großen der Zeit,
wie den Bundespräsidenten Heuss (1951), Carstens und von Weizsäcker sowie Staatsgästen wie Paul von Griechenland, Haile Selassi und vielen anderen.
Mittlerweile entstanden in NRW viele weitere Korps, mit denen man in Wettbewerb treten wollte. Den ersten Landesbläserwettbewerb richtete unser Mitglied Martin
Freimuth 1957 in Köln aus. Dabei belegte das Korps „Leo Fehrenberg“ den 1. Platz und wiederholte diese Leistung bei den folgenden Wettbewerben 1959 und 1961.
Danach trat „Leo Fehrenberg“ nur noch außer Konkurrenz auf, um es aufstrebenden Gruppen auch zu ermöglichen, den begehrten Titel des Landesmeisters zu erringen.
Bald trafen sich bis zu 200 Korps und Gruppen bei den in zweijährigem Turnus stattfindenden Landeswettbewerben.
1963 krönte das Korps seine Erfolgsserie und wurde Bundessieger.
Hier ist hervorzuheben, dass die Mitglieder ausschließlich Laienmusiker sind. Dafür
sind alle Bläser Jägerinnen und Jäger, die sich der Pflege des jagdlichen Brauchtums verpflichtet fühlen.
Die langjährige Vorbildfunktion beflügelte vielerorts den bläserischen Ehrgeiz und war
damit ein wichtiger Beitrag zur Breitenarbeit. Bläserlehrgänge sorgten und sorgen immer noch stetig dafür, dass der Kreis neuer Freunde des Jagdhorns größer wurde
und wird. Einzelne Mitglieder gründeten bzw. unterwiesen neue Bläsergruppen in den Essener Hegeringen.
Als eine besonders glückliche Konstellation erwies sich, dass der Korpsführer Jürgen
Heck gleichzeitig musikalischer Leiter des Korps´ „Leo Fehrenberg“ (Vizemeister 1994 für große und kleine Hörner) und des Korps´ des Hegeringes Kettwig ( Landesmeister
1994 für Fürst-Pless-Hörner) war.
Beide Korps intensivierten ihre Zusammenarbeit, sodass bei großen Anlässen ein Klangkörper von bis zu 60 besttrainierten Bläsern mit einem identischen Repertoire
auftreten konnte. Bei vielen jährlichen Hubertusmessen und anderen Konzertveranstaltungen, wie z.B. vor tausendköpfigem Publikum in der Essener Gruga
und bei Großveranstaltungen des Landesjagdverbandes, spendeten die Zuhörer reichlich Beifall.
Diese Zusammenarbeit führte 2005 zum Zusammenschluss beider Bläsergruppen unter dem Traditionsnamen „Leo Fehrenberg“.
Im Jahre 2004 gab Jürgen Heck nach 20 Jahren die musikalische Leitung des ältesten Bläserkorps´ in die jüngeren Hände des Korpsmitgliedes Hartmut Krema, der eine
umfassende musikalische Ausbildung genossen hat. Damit ist er ein Garant für die Weiterentwicklung unseres musikalischen Wirkens.
Aus Anlass des 60. jährigen Bestehens danken wir mit dieser Tonaufnahme all unseren ehemaligen und aktiven Mitgliedern, die unser Korps zu dem gemacht haben,
was es heute vermag.
Bläserobmann der Kreisjägerschaft Essen und
Korpsführer, Jürgen Heck
Als 1946 das Jagdhornbläserkorps “Leo Fehrenberg” gegründet wurde, standen
zunächst nur Fürst-Pless-Hörner zur Verfügung. Dem Wunsch nach anspruchsvolleren Stücken entsprach der damalige musikalische Leiter, Gerd Poppe, und führte
Ventilhörner ein. Erst nach und nach kamen Parforcehörner und, den Ventilhörnern entsprechend, Waldhörner hinzu.
Edmund Botterbusch führte für diese Instrumentierung die Hubertusmesse in der Bearbeitung von R. Stief ein, die er in G-Dur transponierte.
Da dieses Korps aus einer Fürst-Pless-Horn-Gruppe gewachsen war, gab es stets eine größere Zahl reiner Naturhornbläser, die Jürgen Heck nach Übernahme der
musikalischen Leitung dadurch stärker zu beteiligte, dass Stücke mit Jagdhornstimmen in die Hubertusmesse aufgenommen wurden. Hier sind zu nennen:
die Jägermesse von Neuhaus, „Die Glocken“ und „Die Himmel rühmen“ von Beethoven. Um auch den zahlreichen Parforcehorn-Bläsern eine Mitwirkung zu ermöglichen,
wurden Stimmbögen gebaut, die die in „B“ stehenden Hörner in „F“ umstimmten. Diese übernahmen die 3. und 4. Stimme, also die „tiefe Lage“. Wegen der guten
Erfahrungen erhielten auch die Fürst-Pless-Hörner entsprechende „F-Bögen“ die selbst im „Rendez-vous de chasse“ von G. Rossini eingesetzt werden können.
Gerade diese Vielfalt der Instrumente mit den klaren hohen Stimmen der kleinen Hörner und dem sonoren Tonreichtum der Wald- und Parforcehörner lassen ein
besonders farbiges Klangbild entstehen.
Nach der Übernahme der musikalischen Leitung durch Hartmut Krema, wurden zahlreiche weitere traditionelle Stücke der Volks- und Jagdmusik aus zwei
Jahrhunderten durch ihn für unser Korps mit seiner über Jahrzehnte gewachsenen Instrumentierung bearbeitet und für diese CD eingespielt. Manche dieser Stücke
eignen sich sicher auch zum Mitsingen für Jung und Alt.
Manche dieser Stücke sind sicher auch zum Mitsingen für Jung und Alt geeignet. Dafür haben wir die Liedtexte im Booklet der CD abgedruckt.
Einzelheiten über die CD / MC "Hubertusmesse - Jagdmusik"
und der CD “Mit dem Horn durch Wald und Flur”
finden sie, wenn sie hier klicken