Neues Jagdgesetz beschlossen

Am 29. April 2015 hat der Landtag in NRW das „Neue Jagdgesetz“ beschlossen. Welche Folgen hat dies nun für die Jagd? Zum Landesjägertag am 30. Mai 2015 in Schmallenberg wird der Landesjagdverband NRW hierzu weiter informieren. Vorab hier die laut Umweltministerium, wichtigsten Änderungen (Quelle: Jagderleben.de):

Verbot des Tötens von Katzen 
Der Abschuss von Hunden ist nur noch in absoluten Ausnahmen möglich, wenn andere und mildere Mittel vorher nicht erfolgreich waren. Der Abschuss von Hauskatzen wird grundsätzlich untersagt.

Baujagd nur noch in Ausnahmefälle
Grundsätzliches Verbot der Baujagd auf Füchse oder auf Dachse im Natur- und Kunstbau, allerdings mit Ausnahmen beispielsweise im Falle der Öffentlichen Sicherheit und Gesundheit sowie der Gefahrenabwehr. Zum Schutz der Tierwelt kann auch regional, etwa zum Schutz von Bodenbrütern in Naturschutzgebieten die Jagd im Kunstbau zugelassen werden.

Änderungen bei Büchsenmunition
Ab dem 1. April 2016 wird bleifreie Munition vorgeschrieben.

Aktualisierung des Kataloges jagdbarer Arten
Der Katalog der jagdbaren Arten wird neu festgelegt. Arten wie Wildkatze, Luchs, Graureiher und Greifvögel sind aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen worden. Neu aufgenommen wurde der amerikanische Nerz (Mink).

Verbot von Totschlagfallen

Verbot der Hundeausbildung an der flugunfähigen Ente und am Fuchs in der Schliefenanlage
Die Ente darf zur Hundeausbildung nicht mehr flugunfähig gemacht werden. Beim Fuchs ist nur noch die Arbeit auf dessen Duftspur erlaubt.

Einführung eines jährlichen Schießnachweises
Als Voraussetzung für die Teilnahme an Bewegungsjagden wird ein Schießnachweis eingeführt. Dieser kann auf dem Schießstand, aber auch in Schießkinos erbracht werden.

Einführung einer Meldepflicht bei Wildunfällen
Künftig werden Fahrzeugführern/innen bei Wildunfällen mit Schalenwild verpflichtet diese zu melden. Ansprechpartner ist die Polizei.

Abschaffung der behördlichen Trophäen-Schau

Erweiterung der Gremien der Jagdverwaltung
Die Jagdbeiräte werden um je einen Vertreter oder eine Vertreterin des Tierschutzes erweitert. Das heißt, neben dem LJV werden weitere vier (darunter auch der ÖJV) Vertreter gehört. Die Beiräte sind in allen grundsätzlichen Fragen zu hören.

Aussetzen von Wildtieren nur als Hegemaßnahme
Das Aussetzen von beispielsweise Fasan und Stockenten wird unter Genehmigungsvorbehalt gestellt. Voraussetzung ist der Nachweis biotopverbessernder Maßnahmen für die auszusetzende Wildart.

Stärkerer Schutz des Waldes und wertvoller Schutzgebiete
Oberstes Ziel ist eine Anpassung der Wildbestände an die Kapazitäten des jeweiligen Naturraumes. Jäger/innen sowie Waldbesitzer/innen sollen die jagdlichen Konzepte künftig so weit wie möglich gemeinsam planen. Die Bejagungsmöglichkeiten für Rehwild und Rothirsch sollen ausgeweitet werden.

Bildung von Jagdvereinigungen
Die Voraussetzungen zur Bildung von Jagdvereinigungen werden erleichtert und analog zu den Kriterien der anerkannten Tierschutzverbände formuliert.

Quelle: Jagdportal Jagderleben.de (Link: http://www.jagderleben.de/gaengelung-auf-papier